Der "Odenthaler" 2018

Bürger fahren für Bürger - „Der Odenthaler“ 2018 geht an den Bürgerbusverein

12.000 Odenthaler und Odenthalerinnen sind im vergangenen Jahr mit „ihrem“ Bus gefahren. Das beweist, wie gut dieses Angebot inzwischen angenommen wird. „Wir machen Odenthal mit seinen verstreut liegenden Gemeindeteilen mobil“, sagen Walter Küsgen, Johannes Troche und Jörg Kießling vom Vorstand des Odenthaler Bürgerbusvereins nicht ohne Stolz.

Der mit den Plakaten der Sponsoren beklebte Bus gehört seit 1997 zum gewohnten Bild des Ortes. Für viele Menschen zum Beispiel aus Schmeisig, dem Scherfbachtal oder aus Neschen ist der Bus zu einem unverzichtbaren Bestandteil ihres täglichen Lebens geworden. Er stellt die Verbindung zum Rest der Gemeinde her.

Vor allem ältere oder behinderte Mitbürger nutzen regelmäßig den Bus auf den Strecken, die vom öffentlichen Personennahverkehr nicht bedient werden. Ohne die 33 ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer wäre die Mobilität in den teilweise abgelegenen Dörfern und Weilern der Gemeinde sehr stark eingeschränkt. Sie steuern ihr Gefährt mit Automatikschaltung im Linienbetrieb von 7 Uhr bis 17 Uhr. Die Rentnerinnen und Rentner werden in der Regel zwei Mal im Monat eingesetzt.

Der Dienstplan bereitet Jörg Kießling immer wieder Kopfschmerzen. Er nimmt Rücksicht auf die persönlichen Wünsche seiner Fahrer. Aber, wenn im Monat fünf davon ausfallen, dann wird es schon eng. „Wir brauchen dringend mehr Fahrer“, erklärt Johannes Troche. Die Voraussetzungen für dieses Ehrenamt sind leicht zu erfüllen.

Nur ein Kleinbus mit seinen acht Fahrgastsitzplätzen reicht natürlich für die mobilen Bedürfnisse der Odenthaler nicht aus. Schließlich kann auch ein gut gewartetes Fahrzeug mal liegen bleiben. Oder eine Inspektion steht an. Dann übernimmt ein zweiter Bus die Fahrten im Linienverkehr. Er wird aber auch für andere Zwecke gebraucht. Zur Entlastung der Eltern werden morgens Kinder in Grundschulen und Kindergärten und dann auch wieder nach Hause gebracht. Demenzkranke Personen werden zu ihren Treffen bei der Caritas in Altenberg und Odenthal gefahren, Flüchtlinge zu ihren Gesprächen mit der ehrenamtlichen Betreuungsinitiative.

Der Fahrpreis ist sehr günstig kalkuliert, zumal die meisten Fahrgäste nicht bezahlen müssen, weil gültige Verbundkarten  genauso anerkannt werden wie Schüler-, Job-, Senioren-Tickets oder Behindertenausweise. Zusammen mit den Sponsorengeldern und den Zuwendungen der Gemeinde und des Landes kann der Bürgerbusverein kostendeckend wirtschaften.

Mit ihrem Engagement können die Vorstandsmitglieder im Rückblick auf die vergangenen 20 Jahre sehr zufrieden sein. Sie möchten jetzt aber gerne die Aufgabe in jüngere Hände geben. Ein berechtigter Wunsch, denn die drei Herren sind zwischen 77 und 80 Jahre alt.

„Der Odenthaler“, ein Preis für das Ehrenamt in der Gemeinde, wurde in diesem Jahr zum achten Mal vergeben. Geehrt werden Odenthaler Frauen und Männer, die von ihrem sozialen Engagement für ihre Mitbürger keinerlei Aufhebens machen. Die Auszeichnung ist mit 1.000 Euro dotiert. Neben dem Preisgeld bekam der Bürgerbusverein eine Urkunde und den “Odenthaler“, eine vom ortsansässigen Künstler Walter Jansen entworfene, bronzene Medaille, die eigens für die Gewinner gegossen wird. Die Jury unter Vorsitz von Volker Wabnitz (Volksbank Berg eG) und Dietmar Tönnies (REWE-Markt Odenthal) wählte dieses Mal unter 13 Bewerbern aus. Alle sieben Mitglieder des Gremiums, zu dem auch Bürgermeister Robert Lennerts gehört, haben sich schnell auf den Bürgerbus verständigt. Lennerts lobte die Kontinuität und Beharrlichkeit des ehrenamtlichen Engagements in Odenthal. Einige der aktuellen Kandidaten, wie auch der Gewinner, waren auch schon in den vergangenen Jahren nominiert worden.

Der Vorstand des Bürgerbusvereins erhielt den Preis am 20. März 2018 im Schloss Strauweiler überreicht. Die Laudatio hielt in diesem Jahr der Prokurist der Wupsi AG, Frank Nettesheim.


Jörg Kaminski